Aus Teaching and Addresses von Edward A. Kimball

Die Notwendigkeit des Wachens

Nehmen wir an, jeder von uns sollte zwölf Stunden lang wachen und sehen, wie oft wir den Irrtum zugeben oder den Irrtum erklären oder für etwas erklären, das gegen uns selbst gerichtet ist. Du wärst erstaunt zu sehen, wie oft du das tust. Wenn du zwölf Stunden lang Buch darüber führen würdest, wäre es sehr wahrscheinlich, dass du dich selbst für immer beobachten würdest. Noch einmal: Was glaubst du, was du vorfinden würdest, wenn du über jeden Gedanken Buch führen würdest, der nicht der Liebe entspricht? Hier ist die Menschheit, und wir sehen sie mit Hass in seinen verschiedenen Formen unterdrückt. Menschen hassen und erwarten dennoch, lieben zu lernen. Die göttliche Forderung ist, dass du lernst, deinen Nächsten zu lieben wie dich selbst; dass du lernst, was euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch.

Goldene Regel

Wie weit muss man gehen, bis man an den Fehler kommt, wenn man diese Regel in die Praxis umsetzt? Stell dich auf die Probe: Würde es mir gefallen, wenn mein Nächster mir diese Sache antun würde, wenn er diese Sache über mich denken würde? Bevor die bösen Worte kommen, vor den bösen Gefühlen, vor den bösen Taten, wenn wir innehalten und sagen würden: „Würde ich gerne, dass er mir das antut?“ Wie oft würdest du sagen: „Nein“?

Preis der Hilfe Gottes

Solange wir nicht mit intensivstem Ernst vor der Tür des Denkens stehen und die Goldene Regel als Prüfung unseres Denkens und Fühlens und Handelns aufstellen und lernen, uns entsprechend regieren zu lassen, hoffen wir vergeblich auf befriedigende Hilfe, vergeblich auf den Himmel, auf die gesunde oder ganze Idee des Lebens, denn Liebe ist Substanz, der Animus, das Prinzip des Lebens. Wir müssen die Haltung der Liebe bekommen und anderen gegenüber so handeln, wie wir wollen, dass sie uns gegenüber handeln.

Praktiziere keine Verdammung

Lerne zu vergeben, ganz und gar zu vergeben. Vertreibe die schreckliche Grausamkeit, die die Menschheit verschandelt. Nimm die Last ab, die du deinem Menschenbruder auferlegst – ich meine die Verdammung. Welch klägliches Gewicht lasten wir auf einen Menschen, wenn wir uns auf einen Feldzug der Verdammung begeben! Wie oft üben wir untätige Kritik, die ihm nichts nützt und uns behindert? Wie lange sollen wir noch vergeben? Niemals werden wir in der Bruderschaft der Menschen Gesundheit erkennen und glücklich sein, solange wir nicht lernen zu vergeben, barmherzig, nachsichtig und liebevoll zu sein.

Ermutige und fördere das Gute in anderen

Praktisch gesehen sind wir alle Sünder, jeder Einzelne von uns. Wir schauen auf einen Menschen, der zu sechzig Prozent schlecht und zu vierzig Prozent gut ist, und verdammen das Schlechte. Mrs. Eddy wusste genug, um die vierzig Prozent, die gut waren, zu nutzen. Das ist es nun, was wir tun müssen: das Beste aus den vierzig Prozent machen, die in unserem Menschenbruder gut sind, und warten, bis es fünfzig und sechzig Prozent sind, usw.

Lerne zu lieben

Es ist eine sehr einfache Sache, auf ein Podest zu springen und zu sagen: „So spricht der Herr.“ Ich tue es nur sehr widerwillig. Aber ich habe so viel gelernt. Ich habe die Demonstration gemacht, lieben zu lernen. Ich habe nicht ein Atom der Böswilligkeit gegenüber irgendeinem Menschen auf Erden, und es gibt niemanden, dem ich nicht vergeben würde; und ich war manchmal genauso nachtragend wie jeder andere, den du je gesehen hast. Es ist tröstlicher zu lieben; viel angenehmer, viel befriedigender. Es ist erstaunlich, dass sich ein Mensch durch so abscheuliche Dinge wie Hass zum Narren halten kann. Das ist geistiger Wundbrand. Er ist absolut verzehrend; er erzeugt Unglück und Krankheit.

Kein Leben ohne Liebe

Dann denke daran, dass das Gericht über uns kommen wird, und wenn wir keine Liebe haben, dann leben wir auch nicht, denn Liebe ist Leben. Als Ganzes, betrachte es als eine Prozession, wir bewegen uns auf diese Errungenschaft zu, und alles, wovon es abhängt, ist die Ausdehnung, die Erhöhung unserer Gedanken, dass unsere Gedanken sich weiter ausbreiten, dass wir immer eine größere Dimension annehmen, dass wir mehr von der Liebe haben. Lass es alles tun, was du kannst; und verkünde die richtigen Dinge; verkünde das, wozu du gekommen wärst.